Daniel Albrecht ist im Training zur Kitzbühel-Abfahrt schwer gestürzt. Der bewusstlose Walliser ist im Spital von St. Johann in ein künstliches Koma versetzt und anschliessend in die Universitätsklinik Innsbruck überbracht worden. Der Rennarzt Helmuth Obermoser spricht von einer Gehirnblutung und Lungenquetschung bei Albrecht.
Von Remo Geisser in Kitzbühel und Perikles Monioudis
Daniel Albrecht ist nach seiner schnellen Fahrt am Zielsprung abgehoben und nach einem 50 Meter weiten Satz hart auf dem Rücken gelandet.
Rund eine Viertelstunde lang wurde der bewusstlose Albrecht auf der Piste behandelt und dann um 12 Uhr mit dem Helikopter ins Spital von St. Johann geflogen. Dort wachte er kurz auf und wurde gleich in ein künstliches Koma versetzt.
Anschliessend wurde der 25-Jährige in die Universitätsklinik Innsbruck überbracht. Dort soll er neurologisch untersucht werden (Nerven, Gehirn).
Was nach der ersten Diagnose auf der Streif und nach der Untersuchung in St. Johann feststeht: Brüche hat Albrecht keine davongetragen, weder am Kopf noch am Körper. Der Rennarzt Helmuth Obermoser spricht von einer Gehirnblutung und Lungenquetschung bei Albrecht.
Offenen Auges
Der Sturz Albrechts ist auf einen Fahrfehler zurückzuführen. Der Walliser geriet während des Sprungs zum Zielschuss hin in Rücklage und versuchte noch, den Aufprall auf Kopf und Rücken abzuwenden, indem er mit den Armen nach hinten tastete.
Daniel Albrecht hatte die Stelle vor dem Training in Augenschein genommen und sich im Unterschied zu seinen Konkurrenten für die verwegene Variante des langgezogenen Sprungs entschieden. Didier Cuche etwa sprang an dieser Stelle – allerdings nach dem Verunfallten – nur etwa 15 Meter weit.
Die Tempomessung hatte für Albrecht bei der Unfallstelle 138,1 km/h ergeben. Die Piste ist hart und griffig; in den vergangenen Jahren war sie allerdings auch schon härter.
An praktisch der selben Stelle ist im vergangenen Jahr Scott McCartney gestürzt. Er hatte sich ein Schädel- und Gehirntrauma zugefügt.