Unai gegen die Langeweile
Im Schatten von La Masia (FC Barcelona) oder der königlichen La Cantera von Real Madrid haben die Basken von Athletic Bilbao eine ebenfalls international anerkannte Jugendakademie: das Lezama. Der Name leitet sich davon ab, dass sie sich in der Gemeinde Lezama in der baskischen Provinz Bizkaia ungefähr 15 Kilometer von Bilbao befindet. Da der Athletic Club nur auf selbst oder bei anderen Vereinen innerhalb des Baskenlandes ausgebildete Spieler setzt, nimmt die Jugendarbeit für den Verein folglich einen sehr hohen Stellenwert ein. Und diesen Stellenwert sieht man am enormen Output, den Los Leones regelmäßig auswerfen: Nico Williams, Oihan Sancet, Unai Simón, Inaki Williams, Iker Muniain, Aymeric Laporte, Aritz Aduriz, Andoni Iraola, Álex Remiro, Dani Vivian, Asier del Horno, Rafael Alkorta, Aitor Karanka oder Unai Vencedor. Unai Vencedor? Richtig. Etwas mehr als 2 Jahre ist es her, da galt der heute 23 Jahre junge Mittelfeldspieler als der legitime Nachfolger von Ander Herrera. 21 Jahre junge, "dreiviertel" Stammspieler bei Bilbao und ein beachtlicher Marktwert von 20 Millionen ließen auf den Mittelfeldspieler aufblicken. Doch wie es manchmal in der Karriere so ist: nicht alles trifft immer so ein, wie man es sich wünscht oder es erwartet. Während er unter Trainer Marcelino noch eine gewichtige Rolle einnahm, spielten unter dessen Nachfolger Ernesto Valverde meist die zentralen Mittelfeldspieler Sancet, Vesga, Herrera oder - erneut drei aus der eigenen Lezama - Prados, Unai Gómez und Jauregizar. Vencedor trat die Flucht nach Racing Santander an und, wie man im Fußball Jargon manchmal sagt, rasiert seitdem. Als verlängerter Arm von Trainer José Alberto López auf dem Feld und einer Ausbeute von 33 Punkten aus 14 Spielen im Gepäck ist Unai mit Leihverein Racing Santander auf dem besten Wege in die LaLiga aufzusteigen und sich auf einem gewissen Niveau zu rehabilitieren. Für Nice-Manager Molle ein Grund in das Investment zu gehen, auch wenn der am Freitag 24 Jahre alte Spanier eher günstig daherkommt: 3.500.000 € bezahlt man an den FC Cadiz. Bis zum Ende der Saison wird Vencedor erst einmal eine (wichtige) Rolle in der Reserve einnehmen.