Ein hart erkämpftes Comeback
Ja, Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Eben stehst du noch im Rampenlicht, wenig später bist du schon fast vergessen. Man arbeitet, kämpft und spielt – und manchmal wirft einen das Leben brutal zurück. Die Geschichte von Per Schuurs ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel.
Während Trainer F-X den Kader des VfL Wolfsburg im vergangenen Jahre stark verändert hat, blieb Schuurs trotz seines erheblich gesunkenen Marktwertes im Verein. Der Grund dafür war seine schwere Verletzung. Als F-X den Klub übernahm, war der Innenverteidiger bereits seit zwei Jahren außer Gefecht. Dennoch hielt der Trainer an ihm fest.
Insgesamt musste Schuurs eine Zwangspause von 1.043 Tagen überstehen. Im Oktober 2023 hatte er sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Mehrere Operationen und schmerzhafte medizinische Komplikationen verzögerten seine Rückkehr immer wieder. Eine Karriere, die womöglich in Richtung Weltklasse hätte führen können, wurde dadurch jäh ausgebremst.
Doch Schuurs gab nicht auf. Im Sommer 2026 wechselte er vom FC Turin zu NEC Nijmegen und konnte Ende August endlich sein Comeback feiern – inklusive eines Treffers. Seitdem geht es für ihn Schritt für Schritt voran. In der niederländischen Liga stehen für ihn mittlerweile fünf Einsätze, zwei Tore und eine Vorlage zu Buche. Seine Leistungen zeigen, dass er allmählich wieder zu alter Stärke finden könnte.
Besonders erfreulich ist, dass er zunehmend mehr Spielzeit erhält. Am 10. Oktober kam Schuurs gegen Ajax Amsterdam bereits 72 Minuten zum Einsatz. Zuvor hatte seine Einsatzzeit meist höchstens für eine Halbzeit gereicht. Auch das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass sein Körper die Belastung zunehmend wieder mitmacht.
Für Schuurs geht es jetzt um mehr als nur Fußball. Nach einer derart langen Leidenszeit muss er sich körperlich und mental zurückkämpfen und seinen Platz im Profifußball wiederfinden. Umso schöner ist es zu sehen, dass er diesem Ziel immer näherkommt.
Vielleicht wird aus dem lange vergessenen Innenverteidiger doch noch einmal ein Spieler, der auf höchstem Niveau mitmischen kann. Sicher ist vor allem eines: Nach 1.043 Tagen Zwangspause ist allein die Rückkehr auf den Platz schon eine bemerkenswerte Leistung.