| 38. Spieltag - 02.05.2014 18:30h | ||||||||||
| Girondins Bordeaux | - : - | ES Troyes AC | Stade Brest 29 | - : - | FC Valenciennes | |||||
| FC Nantes | - : - | AS Saint-Etienne | Olympique Lyon | - : - | OGC Nizza | |||||
| FC Paris St. Germain | - : - | AS Monaco | OSC Lille | - : - | Olympique Marseille | |||||
| FC Le Mans | - : - | FC Toulouse | FC Lorient | - : - | HSC Montpellier | |||||
| RC Lens | - : - | FC Stade Rennes | Stade Reims | - : - | SC Bastia | |||||
38. Spieltag - " Spannung bis zur letzten Sekunde ! "
Wer in der letzten Saison geglaubt hatte die Saison lasse sich in Punkto Dramatik und Spannung kaum noch toppen angesichts eines Fotofinishes zwischem dem damaligen Meister Olympique Lyon und dem damaligen Herausforderer FC Toulouse sieht sich in der laufenden Saison eines besseren belehrt: Knistern und Nervenkitzel bis zur letzten Sekunde des letzten Spieltages und das quer durch alle Tabellenbereiche. Nur wenige Entscheidungen sind vor dem letzten Spieltag bisher gefallen.
Was steht also nun nach Spieltag 37 bereits fest ?! Zunächst einmal der abdankende Meister Olympique Lyon wird in der nächsten Saison definitiv um den Einzug in die Champions League kämpfen dürfen. Durch ein nie gefährdetes 2:0 gegen den ES Troyes sicherte man sich den CL-Qualifiaktionsrang und kann nun gelassen in die letzte Runde der Spielzeit gehen.
Sicher und Sorgenfrei durch ein mitreissendes Saisonfinale ist auch Olympique Marseille. Durch das sicher nicht allzu sehenswerte 0:0 gegen Titelanwärter Stade Brest sorgte man nicht nur dafür dass die Teilnahme an der Europa League unter Dach und Fach ist sondern auch sehr zur Freude des FC Toulouse für einen erneuten Wechsel an der Tabellenspitze und Spannung im Titelkampf bis zum Abpfiff des letzten Spieles.
Auch für den AS Saint Etienne ist es nach dem 1:0 gegen den krisengeschüttelten FC Lorient sicher, dass man sich in der kommenden Saison an den inetrnationalen Töpfen der Europa Liga laben darf. Einzig fraglich ist, ob es dazu noch des Gangs durch die Hölle der EL-Qualifikation bedarf oder ob man sich diese ermüdende und kräfteraubende Tortur zum Saisonstart wird ersparen können.
Selbiges gilt übrigens auch für den FC Le Mans der nach einem 0:0 der eher schwächeren Art beim FC Stade Rennes ebenfalls nächstes Jahr europäisch planen darf, aber sich mit Saint Etienne bis zum Schluss noch um den verbleibenen direkten Qualifikationsplatz "kabbelt".
Eine weitere Entscheidung gab es im Abstiegskampf. In bester Chuck Charles-Manier (Nachrichtensprecher in einer beliebten Cartoonserie - Anm. d. Red.) darf man beim OSC Lille jetzt mit stolz geschwellter Brust ausrufen "Und wir sind raus !". Aus dem Abstiegskampf freilich und nicht aus der Liga. Trotz einer eher peinlichen 0:1 Niederlage gegen das ehemalige Tabellenschlusslicht OGC Nizza tat die direkte Konkurrenz den Nordfranzosen den Gefallen nicht zu punkten und belohnte den Aufsteiger aus Lille somit mit einer weiteren Ligue 1 Saison.
Das war es aber im Prinzip schon was den Reigen an bereits gefallenen Entscheidungen angeht. Viele Themen sind noch offen in der Liga und müssen nun am finalen Spieltag 38 entgültig entschieden werden.
Allem voran natürlich die wichtigste aller Fragen: "Wer wird der neue französische Meister ?" Die besten Karten hat natürlich nun Tabellenführer FC Toulouse, der nun 2 Punkte Vorsprung auf den Dauerkonkurrenten Stade Brest vor dem letzten Spiel hat. Brest ist zum Siegen verdammt will man den kaum für möglich gehaltenen Traum vieler Bretonen am letzten Spieltag doch noch wahr machen. Eine Niederlage oder ein Unentschieden macht Toulouse automatisch zum neuen französischen Meister. Ein Sieg muss her, um jeden Preis und angesichts der Tatsache, dass beide nur ein Tor Unterschied in der Tordifferenz haben natürlich mit so vielen Toren wie möglich. Gegen den FC Valenciennes sollte das für Stade Brest auch durchaus machbar sein, auch wenn man die Recken aus der nordfranzösischen Provinz um den international erfahrenen Interimscoach lolo auf keinen Fall unterschätzen darf. In der Hinrunde löste Brest diese Aufgabe schon einmal souverän mit 3:0. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses wäre den Bretonen auf jeden Fall anzuraten. Der FC Toulouse hat die vermeintlich bequemere Ausgangslage. Allerdings ist der Druck auf die Spieler enorm. Eine Niederlage kann und darf man sich nicht leisten, selbst bei einem Unentschieden wäre der Meistertraum, der in Toulouse mindestens schon genauso lange geträumt wird wie in Brest in Gefahr zu platzen. Man will nicht wieder auf der Zielgeraden oder sogar direkt auf der Ziellinie wie so häufig in den letzten Jahren abgefangen werden und dann wieder mit zwar vielem Lob und Schulterklopfen mit leeren Händen dastehen. Die beste Lösung um gar nicht erst in Gefahr zu geraten wäre ein Sieg. Doch einfacher gesagat als getan. Denn der Gegner im grossen Meisterschaftsfinale heisst ausgerechnet FC Le Mans. Genau der FC Le Mans, der in den letzten Wochen recht ordentliche und konstante Leistungen abgeliefert hatte und sich gerne durch einen Sieg gegen Toulouse die Chance aufrecht erhalten möchte an der lästigen Qualifikationsrunde zur Europa Liga doch noch vorbeizukommen. Verschärft kommt hinzu, dass der FC Le Mans nur durch einen Sieg gegen Toulouse dieses Ziel überhaupt noch realisieren kann. Kein einfacher Spaziergang für den FC Toulouse gerade auch angesichts der angespannten Nerven der Spieler aufgrund der dramatischen Situation um die Meisterschaft. Gewarnt ist man auf jeden Fall, denn auch im Hinspiel konnte sich Toulouse nur denkbar knapp mit 3:2 durchsetzen. Und nun muss Toulouse auch noch nach Le Mans reisen. Es wird auf jeden Fall ein absolutes Herzschlagfinale. Die Rettungskräfte sollten in beiden Stadien jedenfalls auf Zusammenbrüche und Herzinfarkte bei den Zuschauern vorbereiten.
Der Gegner um den direkten Einzug in die Europaliga von Le Mans heisst freilich AS Saint Etienne. Der AS Saint Etienne muss zum FC Nantes reisen, einer Mannschaft, die noch mitten im Abstiegskampf steckt. Eigentlich schlechte Karten für den Klassenerhalt für Nantes, denn Saint Etienne kann man um einiges stärker einschätzen als den Aufsteiger. Dennoch steckt in dieser Partie ungeahntes Potential. Saint Etienne genügt aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber dem FC Le Mans eigentlich ein Unentschieden um die direkte Qualifikation zu sichern. Für den FC Nantes wäre ein Unentschieden jedoch eine Zitterpartie, da man derzeit nur einen Punkt oberhalb der Abstiegszone steht. Man will dort um jeden Preis das Spiel gewinnen. Das wäre den Verts jedoch sicher wieder nicht besonders recht, läuft man doch damit Gefahr sich eine sehr unbequeme Vorbereitung zu verschaffen, mit dem Risiko frühzeitig aus der lukrativen Europa Liga auszuscheiden. Im Hinspiel waren die Fronten noch klar als Saint Etienne deutlich mit 4:0 gewann. Da pressierte es Nantes allerdings auch noch nicht so aus dem Abstiegsstrudel herauszukommen.
A propos Europa Liga. Beim Dauerpatienten der Liga, dem FC Lorient ist spätestens nach der Niederlage gegen Saint Etienne am letzten Spieltag das Herzflattern ausgebrochen. Grund dafür ist, dass die Girondins Bordeaux nur noch 3 Punkte entfernt in direkter Schlagdistanz und zudem auch noch mit dem deutlich besseren Torverhältnis stehen und mit dem ES Troyes einen vermeintlich "machbaren" Gegner ins Haus stehen haben. Verliert man das letzte Spiel der Saison gegen den HSC Montpellier erneut, so läuft man Gefahr am Ende einer eigentlich grandiosen Saison mit komplett leeren Händen dazustehen. Dieses Spiel ist ein absolutes Schicksalsspiel. Lorient würde zwar prinzipiell ein Unentschieden genügen um die internationale Teilnahme auch final sicherzustellen, aber Montepllier, die derzeit noch auf einem Abstiegsplatz stehen wäre damit nicht geholfen. Montpellier muss siegen, sonst heisst es in der neuen Saison gegen Metz, Vannes und Boulogne in der Ligue 2 antreten. Der letzte Strohhalm für Montpellier ist ein Sieg gegen Lorient. Zwar ist man dann immer noch auf die Mithilfe von Saint Etienne angewiesen, dass gegen den Absteigskonkurrenten Nantes siegen müsste aber wie heisst es so schön " Die Hoffnung stirbt zuletzt". Und in der derzeitigen Form, in der sich das Team von Lorient befindet müssen die Anhänger und Verantwortlichen des FC Lorient zittern, auch wenn es in der Hinrunde noch 2:1 für Lorient hiess. Das war aber damals noch ein selbstbewusster und solide agierender FC Lorient. Diese Zeiten sind inzwischen jedoch lange vorbei.
Es bleiben noch zwei weitere Duelle die im Abstieg über Wohl und Wehe der Beteiligten entscheiden könnten: Dabei dürfte vor allem der OGC Nizza einer gewaltigen Aufgabe gegenüberstehen, die ihn möglicherweise überfordern könnte: Man muss Olympqiue Lyon im letzten Spiel als amtierender Meister herausfordern. Ein Duell David gegen Goliath, bei dem der OGC Nizza kaum realistische Chancen auf einen Punktgewinn und somit auf den Klassenerhalt haben dürfte. Vieles spricht dafür dass nach diesem Spiel in Nizza die Erstligalichter ausgehen werden. Nicht nur das demprimierende 0:5 vom letzten Heimspiel gegen Lyon.
Das letzte Spiel ist ein Spiel auf Augenhöhe: Der SC Bastia hat bei Stade Reims die allerletzte Chance den Klassenerhalt mit Nachsitzen doch noch zu sichern. Allerdings muss man dafür auf jeden Fall auswärts siegen. Gleichzeitig dürfen die Konkurrenten aus Nantes und Montpellier nicht gewinnen. Man hat damit natürlich die schlechteste Ausgangslage aller beteiligten Mannschaften (neben Nizza) und es wird sehr schwer das unmögliche doch noch möglich zu machen. Vielleicht veranschiedet man sich wenigstens mit einer sehenswerten Leistung aus der höchsten Spielklasse, denn für attraktiven Fussball und wiederkehrende Überrachungen ist der SC Bastia diese Saison eigentlich bekannt gewesen. Und vielleicht hat der Fussballgott mit den Korsen doch noch ein einsehen und belohnt das Engagement der Inselkicker dann doch noch mit dem Klassenerhalt. An Gegner Reims wird es sicher nicht liegen. Zwar wäre punktetechnisch das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz noch möglich, aber dazu müssten gleich zwei abstiegsbedrohte Clubs (Nantes und Montpellier) schiere Wunder vollbringen. Beim letzten Aufeinandertreffen hiess es übrigens 3:2 für Bastia. Ein Resultat, dass man den tapferen Korsen wieder wünschen würde um sich zumindest anständig aus der Ligue 1 zu verabschieden.
Das Szenario für einen letzten Spieltag der Saison, der alles zu bieten hat was das Fussballherz begehrt ist auf jeden Fall angerichtet. Jetzt liegt es einzig und alleine in den Händen der Akteuere auf den Plätzen was am Ende dabei herauskommen wird.
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