Von Gaspar und anderen Spielern
Außerhalb der neuesten Transfergerüchte (siehe Ticker Ausgabe 14) gibt es noch einige Transfermeldungen zu erwähnen - und auch eine, die kurzerhand vom Verband verhindert wurde. Doch der Reihe nach.
Mit dem Aufruf "Nice sucht den billigen 18. Mann" luden die Franzosen quasi zum Casting für einen möglichst preiswerten Rotationsspieler ein. Unter anderem meldeten sich Vereine aus England, Spanien und Italien. Nachdem man die Kandidaten scoutete und erste Verhandlungen führte, einigte man sich mit der US Lecce auf den Angolaner Kialonda Gaspar (Foto). Der 27 jährige ist ein regelrechter Spätstarter im europäischen Top-Fussball: 2022 mit 24 erst aus Angola nach Portugal in die zweite Liga gewechselt, stieg der mehrfache Nationalspieler mit seinem Verein CF Estrela Amadora in die erste Liga auf und konnte sich auch dort mit einem soliden 14. Platz halten. Durch die beiden durchaus erfolgreichen Saison wurde Lecce auf ihn aufmerksam und investierte 2 Millionen in den 1,93 Meter großen Innenverteidiger. Seine positive Entwicklung soll sich nun entweder bei Nice fortführen, die immerhin 8 Millionen investierten, oder der Afrikaner soll einfach als weitere Einnahmequelle dienen. Das Problem der Kadergrenze hat Nice mittlerweile durch den Transfer mit Atletico Madrid in den Griff bekommen.
Ein Transfer ähnlicher Art schwebte Nice mit einem anderen Serie A Club vor: der SSC Neapel. Mit dem Wissen, dass es ein 'Steal' werden könnte, einigte man sich mit den Neapolitanern auf eine Ablösesumme von 750.000 € für den 20 jährigen Noah Pesch - der Offensivspieler stand sicherlich nicht auf vielen Zetteln der Managerkollegen und Molle wurde nur dank der Transferliste, auf der Pesch scheinbar auf einer Art Abschussliste steht, auf ihn aufmerksam. Der Verband legte aber trotz beidseitiger Einigung sein Veto ein und lieferte beiden Managern auch die Begründung. Nachdem Sandrino bereits nach dem Calabria-Transfer leicht in die Kritik geraten war, kam dieses Veto für Molle trotzdem überraschend: „natürlich ist er auf dem Transfermarkt nicht der aktivste, aber da gibt es andere Beispiele. Er hat sich bisher nicht eine NA geleistet und scheint Neapel sportlich korrekt zu führen. Mein Verständnis hält sich in Grenzen, aber am Ende ist der Verband am längeren Hebel".
Ein weiterer Kandidat ist der deutsche Torhüter Florian Müller, der ebenfalls zur OGC Nice gewechselt ist und den Franzosen 2.500.000 € kostete. Der 27 jährige galt einst als eines der interessantesten Torhüter-Talente der Bundesliga, steigerte seinen Marktwert seinerzeit auf 10 Millionen Euro und war im Dunstkreis der deutschen Nationalmannschaft. Diese Form und das Niveau konnte er jedoch auf Dauer nicht nachweisen, sodass er aktuell den Status einer „soliden Nummer 2“ innehat. Molle scheint aber noch an das Potential des Saarländers zu glauben und verpflichtete ihn vom FC Metz.