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Ein gutes Pferd...
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Es war ihm anzumerken, dass er nach einem komplett von Europa befreiten Jahr mit etwas Lampenfieberin die erste Partie gegen den NEC Nijmegen ging. Kein Wunder, war der ZoS-Cup keine Glanzleistungen der Mannen von Trainer Kieran McKenna und der Druck auf ihn und Manager Molle bereits recht hoch. Nun kamen also die schwarz-grün-roten, die sogenannten "En-Ah-Say" in's schöne Nice und der Druck auf die Franzosen erhöhte sich gleich um ein vielfaches. "Ein Freilos" oder auch "Aufwärm-Quali" titelten die französischen Fachblätter. Für Nice konnte es nur heißen: die Niederländer müssen aus dem Stadion geballert werden. Was folgte war erneut große Demut, auch wenn man gewinnen konnte: das 2:1 im heimischen Palast war zwar ein Sieg, aber alles andere als souverän. |
NICE!
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EL-Qualifikation Nice überzeugt in Nijmegen
Das Hinspiel wurde zwar gewonnen (siehe Bericht vom 15. Oktober), ruhmreich war der heimische Erfolg der OGC Nice jedoch nicht. Von Seiten des Managers, aber auch vom zweiten Kapitän Lamine Camara gab es für die Leistung des Hinspiels der Europa-League-Qualifikation deutliche Kritik. Mit Wut im Bauch und klaren Blick reiste die Truppe um Trainer Kieran McKenna also in die Niederlanden. Zitat des Trainers: „wir wollen heute Abend Europa beweisen, dass wir nicht umsonst im ersten Lostopf sind". Nach 90 Minuten hat man dies zwar getan, ob Europa nun aber Angst & Bange um die Leistungen der Franzosen haben muss, darf bezweifelt werden.
Nice ging deutlich dominanter in das Spiel gegen die NEC (Nijmegen Eendracht Combinatie) in den Osten der Niederlanden, konnte sich aber mit Ausnahme von langen Ballbesitzphasen über wenig weiteres freuen. Immerhin: bis zum Abpfiff gelang den Niederländern nicht ein Torschuss - die Defensive von Nice stand durchaus gut. Bis zum erlösenden 0:1 durch Manu Koné brauchte es aber 63. Minuten. Erst das zweite Tor, diesmal durch Nick Woltemade (Foto), brachte die Franzosen auf die sichere Seite und in die finalen Lostöpfe der Europa-League. Die Gruppen werden in den kommenden Tagen ausgelost, für Molle gilt aber weiterhin, dass es „klare Steigerungen geben muss", wenn man sich weit in den Pokal spielen möchte. Neben der OGC sind vor allem Atalanta, Frankfurt, Leverkusen, Villareal, Wolverhampton, Toulouse und Aston Villa Favorit auf den ehemaligen UEFA-Cup. -
Transfers Aus den Augen, in den Sinn (I)
Bei einem Transfer stellt der Transfermarkt nicht sofort ein Zeugnis aus, auf das man sich verlassen kann. Ich selbst mache das jedoch sehr häufig und eigentlich auch immer sofort. Das kommt natürlich auch auf den Spieler an, seinen damaligen Wert und meine Einschätzung, was aus dem mal werden kann. Und natürlich auch auf den Preis, den er eingebracht hat. Oft haftet so etwas sehr lange an mir, sodass ich solche Entwicklungen mit etwas Bedauern verfolge (ein paar prominente Kandidaten werden hier zwischendurch mal als Gast „Hallo“ sagen) – bei anderen braucht es schon den Zufall, bis ich merke, was ich da für ein Goldstück abgegeben habe – oder auf welcher faulen Kartoffel ich damals sitzen geblieben bin. Deshalb schauen wir ab jetzt in loser Folge nach, welche interessanten Duos ich so in den letzten 26 Monaten zutage gebracht habe.
Am 15. April 2026 ging Stefan Dzodic für 10 Millionen zu SD Eibar. Wie so oft musste ich ihn mehr anpreisen, als ich wollte. Der Marktwert lag damals bei 1,5 Millionen und war damit für einen 21-jährigen „On-Off-Stammspieler“ in der LaLiga 2 vielversprechend. So richtig zufrieden war ich mit der Ablöse nicht – wie immer brauchte ich aber das Geld, und am Ende ist der Spieler das wert, was der Markt bietet. Heute steht der Sechser bei einem Marktwert von 12 Millionen und war für SD Eibar wohl ein echter Steal. Aufgefallen ist mir das zugegebenermaßen erst, als ich jüngst das Power-Raking für die LaLiga verfasste. Kurz zum Spieler: Der 21-Jährige ist 1,90 Meter groß und gebürtiger Franzose, spielt aber für Serbien. Sein Vater Nenad ist Scout bei Montpellier, sein Bruder Viktor dort Ersatztorwart. Im echten Leben hat er sich bei Almería vom "On-Off" zum Stammspieler hochgearbeitet. Im Playoff-Halbfinale gegen Castellón köpfte er in der Nachspielzeit das 3:2, Anfang Oktober debütierte er in München für die A-Nationalmannschaft (0:2 gegen Deutschland). Almería hat den Vertrag bis 2032 verlängert, angeblich mit einer Klausel von 40 Millionen. Nach den heutigen Maßstäben wären für Dzodic wohl 60 bis 80 Millionen drin gewesen. Viel wichtiger ist aber, dass beim Serben wohl noch ein gewisses Potential zu erwarten ist: „Seine damalige Stärke, seine körperliche Präsenz, hat er nochmal mit einem guten Passspiel und einer tollen Übersicht verbessert. Glückwunsch an Eibar, auch wenn wir das damals schon irgendwie erwartet und auch beworben haben“, so Molle weiter.
Ganz anders sieht es bei Iliesse Salhi aus. Im August 2025 haben wir für den Linksverteidiger 25 Millionen aufgerufen und auch eine Diskussion um den Preis geführt, der damals einerseits zu hoch war, andererseits aber einen prominenten Manager fast dazu verführte, diesen hohen SK zu ziehen. Salhi selbst war gerade 18 geworden, frisch in die französische U19 berufen und mit 17 schon Europa-League-Debütant. Das las sich sehr vernünftig, und nicht zuletzt hat die Nice-Akademie bisher einen guten Output geliefert. Heute wirkt das Preisschild wie ein Tippfehler. Salhis Wechsel zu RCD Mallorca erwies sich bisher nicht (wie von mir ehrlich vermutet) als großer Glücksgriff, für die Profis kam er nur in der Copa del Rey auf drei Einsätze, zuletzt waren es acht Minuten. Von der Rolle eines Scorers oder Stammspielers (jedweden Teams) ist er weit entfernt. Abschreiben sollte man ihn mit 19 trotzdem nicht. Er hat eine gute Ausbildung hinter sich und mehr Talent, als seine Statistik zeigt. Was fehlt, ist Spielpraxis. Eine Leihe in eine Liga, in der er jede Woche 90 Minuten bekommt, wäre aus unserer Sicht der nächste sinnvolle Schritt. In meinen Augen ist aber vor allem eine Rückkehr nach Frankreich (Ligue 2) am sinnvollsten. Bis dahin sind die 25 Millionen Vergangenheit – könnten aber auch schnell wieder realistisch werden.
Zwei Personalentscheidungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Für mich aber auch ein Zeichen, dass viele der Preise, die ich aufrufe, am Ende auch nicht so überteuert sind, wie sie manchmal auf den ersten Blick scheinen. Stefan Dzodic wird nur eines von einigen Beispielen sein, die beweisen, dass wir bei Nice schon oft Qualität einkaufen, aber leider weniger die nötige Geduld dafür haben. Natürlich werde ich aber auch in den kommenden Ausgaben die sogenannten Schattenspieler beleuchten, die ich damals vielleicht gerne losgeworden wäre. -
Ligue 1 Überraschung gegen Paris
Nach einer erwartbaren Niederlage in der Saisoneröffnung gegen Stade Rennais (mit 0:2 verlor man gegen den amtierenden Meister) war die Aufgabe am zweiten Spieltag für die OGC Nice nicht gerade eine wesentlich einfachere: mit Paris St. Germain besuchte der Rekordmeister die Allianz Riviera und drohte dem Team an der Cote d'Azur mit einem denkbar ungünstigen Tabellenausgang nach zwei Spieltagen: nämlich dem Umstand von 6 möglichen einfach gar keinen Punkt zu haben und früh mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
Während Molle noch für seine B-Elf gegen Stade Rennais unter anderem von Langzeit-Kollege @chrahl gescholten wurde, stellten Molle und McKieran gegen Paris die vermeintliche Top-Elf auf. Auch wenn Molle erneut mit dem Gedanken spielte, wieder gewisse Spieler schonen zu wollen: „nur wenige Tage später folgt der Coupe de la Ligue, dann geht es am 26. in der Liga weiter und am 28. Oktober in der Europa League. Die Saison hat gerade erst begonnen und wir merken jetzt schon, dass sie eine ganz lange werden könnte". Traditionsgemäß erwartete man gegen Paris, genau wie gegen Rennais, nicht wirklich viel - trotzdem lief man im offensiven 4-4-2 auf. Und fing sich dank dem offenen Visier in der 5. Minute das 0:1 durch João Neves. Im Verlauf der Partie gewann Nice aber die Oberhand, war das im Zweikampf stärkere Team und hatte mehr Torchancen. Zwei späte (71. und 86.) nutze Bazoumana Touré (Foto) durch wiederholte Vorlage von Fede Valverde nicht nur zur Führung, sondern auch zum glücklichen aber nicht gänzlich unverdienten 2:1 Sieg. Besonders erfreulich: Bazou Touré wurde erst in der zweiten Hälfte für den bemühten, aber glücklosen Ivan Perisic eingewechselt.
In den weiteren Spielen bleiben Rennais und Olympique Lyon als einzige Teams mit der maximalen Punktausbeute. Angers und Nantes dagegen bleiben Punktlos. Prognosen für große Überraschungen und Fehlstarts sind darüber hinaus nach zwei Spieltagen natürlich schwer zu deuten, aber darauf werfen wir in den kommenden Ausgaben ein Auge. -
Kader Nyoni im Aufwind
Vor knapp sieben Monaten wechselte Trey Nyoni (Foto) für satte 100 Millionen von Leicester City zum OGC Nice. Nicht nur damals, auch heute ist dieser dreistellige Millionenbetrag eine stolze Summe und wohl immer noch (subjektiv gesehen) zu viel für den 19-jährigen Engländer. Doch der aktuelle U21-Nationalspieler zeigt immer mehr, dass er das Geld wert ist und ebenfalls eine Alternative für die erste Mannschaft von Nice werden könnte. Noch vor Saisonbeginn wurde der Mittelfeldspieler innerhalb der Ligue 1 zum Aufsteiger Racing Straßburg verliehen, wo er nicht nur Spielpraxis sammeln, sondern sich auch an das Niveau der Liga gewöhnen soll.
Die Schwächen des 2007 in Leicester geborenen Youngsters sind schnell geklärt: Er muss weiter an seiner Körperbalance arbeiten und sein Spiel ohne Ball verbessern, vor allem seine Defensivarbeit und Zweikampfführung. Mit dem Ball ist der 19-Jährige dagegen extrem weit, er verfügt über eine hervorragende Ballführung und -sicherheit. In der Vorbereitung war er von allen Liverpool-Spielern derjenige mit der besten Ballprogression. Außerdem kann er auch den eher schwierigen vertikalen Ball spielen. Er ist als Achter gut, als Sechser noch besser und sieht sich selbst am liebsten vor der Viererkette. Dabei hilft ihm seine Fähigkeit, das Spiel – trotz seines jungen Alters – außerordentlich gut zu lesen und in seinen Aktionen mutig zu sein. Manager Molle betonte abermals, dass er an die Fähigkeiten von Nyoni glaubt und froh ist, dass man hier „das richtige Scoutingziel“ gewählt habe.
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