West Ham United - Atlético Madrid
Marseille (Frankreich), Stade Vélodrome, der Abend des 19.02.2013 - Datum und Schauplatz des diesjährigen Europa League Finals. Traditionsgemäß steht dieses Spiel etwas im Schatten des großen Bruders, des Champions League Finals. Doch schaut man sich die Finalisten an, müssen sich diese nicht verstecken. In diesem Jahr hat es kein Team ins Finale geschafft, das aus der Champions League "abgestiegen" ist. Wir dürfen das Aufeinandertreffen zwischen West Ham United und Atlético Madrid bestaunen.
West Ham United galt lange Zeit als die Überraschungsmannschaft schlechthin in England und es sah danach aus, als ob man nächstes Jahr Champions League spielen würde.
Am Ende erreichten sie nun den 8. Platz und qualifizierten sich somit wieder für die nächstjährige Europa League. Dies stellt sicherlich keinen Beinbruch da, denn evtl. wird man das Turnier als Titelverteidiger bestreiten. Doch da haben die Spanier aus Madrid auch noch ein Wörtchen mitzureden. Diese spielten eine grandiose Saison, die sie nun mit dem europäischen Titel krönen möchten. Nächstes Jahr wird man in der Königsklasse antreten, man belegte nämlich den dritten Platz in der Liga, hinter dem Meister FC Barcelona und dem Vizemeister Real Madrid.
Für beide Teams war es ein steiniger Weg bis ins Finale. West Ham United belegte in einer Gruppe mit VVV-Venlo, Sparta Prag und Partizan Belgrad, den zweiten Platz. In der Zwischenrunde traf man auf Ajax Amsterdam. Hier konnte man sich nach einem 2:1 zu Hause und einem 1:1 in Amsterdam durchsetzen. Danach folgten die Duelle mit den französischen Teams, was evtl. ein gutes Omen für das Finale sein könnte, das genau in diesem Land stattfindet. Im Achtelfinale bezwang man mit dem FC Toulouse (3:1 und 0:0), einen der Titelfavoriten, ehe man eine Runde später auf Stade Brest 29 traf. In Brest gewann man mit 2:1 und vor heimischem Publikum unterlag man knapp mit 0:1. Das Weiterkommen sicherte man sich somit nur aufgrund des mehr erzielten Auswärtstreffers. Im Halbfinale wartete der dritte französische Gegner und der absolute Favorit auf Ebbe und seine Schützlinge. In Lyon erkämpfte man sich ein 3:3. Nach dem 1:1 im Rückspiel, kam man wieder nur aufgrund der Auswärtstore weiter. Doch wer zwei der Titelfavoriten ausschalten kann, steht verdient im Finale.
Atlético Mardid setzte sich in der Gruppenphase vor Aston Villa, dem RC Lens und dem AC Florenz durch. Die Zwischenrunde avancierte zu einem Schützenfest (4:0 und 7:0), Heart of Midlothian hatte den Männern von Anderson 8 nichts entgegen zu setzen. Im Achtelfinale warteten die Russen von Zenit St. Petersburg auf Atlético. In Russland gewann man 2:0, ehe man in Madrid mit 2:0 erneut als Sieger vom Platz ging. Man war nun gespannt ob man nun im Viertelfinale den ersten ernstzunehmenden Gegner zugelost bekommen würde, doch auch der FC Brügge ist auf dem Papier nicht der Übergegner schlechthin. Dies dachten sich sicherlich auch die Stars aus Spanien. De Gea musste in Brügge zwei mal hinter sich greifen, man unterlag mit 2:0. Im Rückspiel konnte man das letztendlich doch noch zum Guten wenden. Nach dem 4:1 Sieg, zog man ins Halbfinale gegen den FC Genua 1893 ein. Die Italiener bezwang man mit 1:0 und 2:1.
Die Spanier gehen als Favorit in diese Begegnung, der Kader wirkt stärker. Doch was bedeutet das schon in einem solchen Finale, in 90 oder 120 Minuten? Richtig, nichts. Denn die Motavition wird enorm sein und da kann gerade diese Motivation und der Ehrgeiz den Favoriten zu bezwingen, Berge versetzen. Beide müssen einen Spieler ersetzen, der allerdings jeweils nicht zum Stammpersonal gehört.
Wer wird sein Team zum Titel schießen? Das Sturmduo Cardozo und El Shaarawy, auf Seiten West Ham's oder Chicharito und Negredo, auf Seiten Atlético's? Bei diesen grandiosen Stürmern wird es sicherlich auch auf die Tagesleistung der beiden Torhüter, Stekelenburg und de Gea kommen.